Wer diesen Winter oder auch später Kuba zu bereisen plant und sich nicht ausschliesslich für die exotischen Strände von Varadero interessiert, erfährt in diesem Interview die Kultur Kubas aus erster Hand. Unser Interview-Partner, Juan-Ramon Diaz arbeitet in Havana als Journalist, Lektor im obersten Gerichtshof sowie als Sprachlehrer. In Havanna nennt man ihn „die Enzyklopädie“. Tatsächlich bleibt bei ihm keine Frage über Kuba unbeantwortet. Von der Revolution bis zur Doppelmoral, von der Lebensfreude bis zum Sex-Tourismus malt er ein spannendes Bild der kubanischen Kultur.

Franzoesischer Kommunikationsstil

In einem ihrer Gedichte beschreibt Fanny de Beauharnais die Franzosen als widersprüchlich, frivol und kindisch. Sie war eine Poetin und Schriftstellerin des 18. Jahrhunderts. Kaum zu glauben, dass eine Icone der französischen Literatur ihre Mitbürger derart disqualifiziert.
Was ist wirklich dran? Die Franzosen sind widersprüchlich in ihrer Einstellung. Zumindest wenn es um Individualismus und Machtdistanz geht. Das bestätigt Edward T. Hall, ein zeitgenössicher amerikanischer Psychologe und Buchautor.

Es ist eine Grundannahme der Araber, dass der Mensch nur etwas bewegen kann, wenn Gott es auch will. Deshalb… fragen Sie Khalil, ob er sich mit Ihnen am nächsten Tag zum Mittagessen verabreden möchte. Die Chancen sind gross, dass er mit einem «inschallah» antwortet. Das bedeutet «mit Gottes Willen» und ist ein Ausdruck von Demut. Allerdings vermeidet auch dieses «sogottwill» eine klare Stellungnahme. Wie die Japaner lassen also auch Araber Raum für Ambiguität. Den Europäern bleibt nur eins übrig: Ambiguitätstoleranz zu entwickeln.