Schlaflosigkeit und ihre Folgen
Einen Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Man könnte meinen, es ist verlorene Zeit, da wir während dem Schlaf nicht wirklich aktiv sind. Oder ist Schlafen eine Art Leben in einer anderen Dimension? Darüber gibt es verschiedene Theorien . Klar ist, dass wir ohne Schlaf die anderen Zweidrittel unserer Lebenszeit nicht leben könnten. Auf der Suche nach einem Weltrekord hat der 17-jährige Randy Gardner gezeigt, wie Geist und Körper während 11 Tagen totaler Schlaflosigkeit reagieren. Aus diesem Experiment können wir ableiten, welche Defizite dauerhafte Schlafstörungen verursachen, und im Umkehrschluss, wie ein guter Schlaf dem Stress vorbeugen und unsere Batterien aufladen kann. Dafür braucht es aber viel mehr als nur eine gute Matratze.
Elf Tage ohne Schlaf!
Schlafen können und müssen alle Säugetiere. Allerdings fällt die Schere ihres Schlafpensums sehr breit auseinander. Zum Beispiel Riesenfaultiere schlaffen im Durchschnitt 20 Stunden, die Katzen 14 Stunden pro Tag. Den Rehwilden und den Pferden genügen hingegen 2 Stunden Schlaf pro Tag. Wie viel Stunden Schlaf braucht der Mensch eigentlich? Üblicherweise antwortet man diese Frage mit 7 bis 8 Stunden. Was passiert aber, wenn Menschen gar nicht schlafen würden? Der 17-jährige Amerikaner Randy Gardner wollte den damaligen (1967) Weltrekord von 260 Stunden totaler Schlaflosigkeit brechen. Wir wissen wie er die schliesslich erreichten 264 Stunden ohne Schlaf erlebte, da er zumindest ab der 150. Stunde von einem Forscher des US-Navy-Schlaflabors wissenschaftlich begleitet wurde. Die Erkenntnisse aus diesem Experiment sind ernüchternd. Am zweiten Tag hatte Randy Schwierigkeiten, die Augen zu fokussieren. Am dritten Tag waren Stimmungsschwankungen, anhaltende Übelkeit, Schwierigkeiten bei der Koordination von Bewegungsabläufen und Sprachschwierigkeiten zu beobachten. Am vierten Tag begannen Wahrnehmungsstörungen. Er war Opfer von
Was der Schlaf uns gibt und die Schlaflosigkeit uns wegnimmt
Aufgrund der Defizite, die während dem Experiment allmählich auftraten, ist festzustellen, dass der Schlaf u.a. mit der Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit, der Motorik und dem Gedächtnis in Verbindung steht. Neben seiner regenerativen Funktion fördert er z.B. die Gedächtnisbildung. Für eine detaillierte
Allerdings verfehlen solche Prozesse ihre Wirksamkeit bei Personen, die schlaflose Nächte verbringen.
Dem Stress vorbeugen – Rezepte für einen guten Schlaf
Wir wissen, dass die Schwierigkeit einzuschlafen sowie ein unruhiger Schlaf, der von mehreren wachen Phasen (sogenannte Insomnien) unterbrochen wird, einen negativen Einfluss auf unsere Verfassung und unsere innere Stimmung haben. Menschen, die unter akutem und dauerhaftem Schlafmangel leiden, sind nicht nur in ihren physischen und mentalen Fähigkeiten beeinträchtigt, sondern oft schlecht gelaunt. Eine dauerhaft schlechte Verfassung bildet den Nährboden für dauerhaften Stress, für physische
- Gestalte den Abend so entspannend wie möglich
- Halte den Alkohol-, Nikotin- und Koffeinkonsum auf das Minimum
- Iss ein leichtes, verdauliches Abendessen mindestens drei Stunden vor dem zu Bett gehen
- Vermeide emotionell belastende Filme und andere aufwühlende Ereignisse am Spätabend
- Geh genügend früh und regelmässig zur gleichen Zeit zu Bett
- Sorge für eine angenehme Atmosphäre im Schlafzimmer (z.B. dunkler und kühler Raum)
- Verwende keine elektronischen Geräte wie Handy und Tablett unmittelbar vor dem zu Bett gehen oder im Bett (blaues Licht erschwert das Einschlafen)
- Stehe nach dem Erwachen auf und verweile nicht unnötig im Bett
- Wende Entspannungs- und Atemübungen wie Meditation, progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training regelmässig an
- Konsultiere einen Arzt oder Schlafspezialist, sollte deine Schlaflosigkeit mehrere Wochen andauern
Mit einem unserer MBSR-8-Wochen-Kurs schafft man die Basis um dem Stress vorbeugen und all diese Empfehlungen verwirklichen zu können. Was danach folgt ist eine hohe Lebensqualität.
Autor: Noureddine Yous, 01.05.2023